Wald

Holzschlag oder Kahlschlag?

Nein, diesmal ist es nicht die Vivian, der Lothar oder der Franz, wie all die wilden Stürme bei uns hiessen, sondern beispielsweise die ETHZ, welche in den Waldabhängen gegen das Reppischtal auch im Wettswiler Wald wütete.

Gerade die Bewohner/innen von Wettswil sind lärm- und staubgeplagt. Auf dem Waldweg von Oberhusen Richtung Schützenhaus Wettswil brandet heute der Verkehrslärm des Reppischtals ungedämpft herauf. Auffallend ist, auf der ganzen Strecke fehlen immer wieder stattliche, alte Bäume. Irritierend dabei ist, dass ganze Fichtenbestände stehen geblieben, jedoch markante über hundertjährige Buchen der Motorsäge zum Opfer gefallen sind.

Wenn bereits wir diesen Kahlschlag so stark empfinden, wie sind die Auswirkungen erst für Tiere, die eine so grossflächige, plötzliche Veränderung ihres Lebensraums erfahren?

Wir wissen, wie wichtig Verjüngungen von Wäldern und lichtdurchflutete Waldränder sind. Denn Lichtungen und sorgsam gepflegte Waldränder sind sehr artenreich, an Pflanzen und Tieren, und aus diesem Grund überaus wertvoll.

Es geht uns nicht nur um die Kahlschläge der ETHZ. Auf Wanderungen durch unsere Wälder kommt die Frage auf: Ist dies nun die viel gerühmte naturnahe und schonende Waldpflege, die international Beachtung gefunden hat?

Auch das Leitbild für den Wald im Kanton Zürich zeigt klar die vielfältigen Funktionen des Waldes auf: Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Erholungsraum, Luftreinigung, Grundwasserschutz, Schutz vor Erosion und Hochwasser. Zugleich ist der Wald Ressource für Holz als Rohstoff und Energieträger.

Laut Leitbild soll durch die nachhaltige Nutzung des Waldes die Artenvielfalt und die Erholungsfunktion für den Menschen gefördert werden.
Nun haben gemäss Auskunft eines Forstbeamten Reklamation von empörten Bewohnern einen – momentanen? – Stopp des Kahlschlages bewirkt. Nach einer Begehung des Waldes durch die leitenden Forstingenieure des Kantons wird für oder gegen ein weiteres Abholzen entschieden werden.

Wir appellieren an die Verantwortlichen, den Wald im jetzigen Zustand ruhen zu lassen. Wir wünschen uns für zukünftige Abholzungen ein auch für den Menschen verträgliches Konzept: Kleinflächige Abholzungen in Etappen, welche ohne weiteres Jahrzehnte auseinander liegen dürfen.

16. Januar 2007


>> Medienmitteilung der Baudirektion vom 19. Februar 2007

Vorher und  nachher

Eine fotografische Dokumentation der Umweltschädigung durch die ETHZ

>> PDF-Dokument 6.4 MB

>> PDF-Dokument 2.5 MB


 

Lehrwald oder Leerwald?

Aufnahme vom 5. Februar 2007,
im Hintergrund Sellenbüren/Reppischtal


>> Fotodokumentation

>> Waldspaziergang vom Beerimoos bis Rinenholz
     2. März 2007
 

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