Bauschuttaufbereitung und Kiesdeponie in Wettswil

Staub und Lärm für Wettswil – das muss nicht sein!

Die Baubewilligung für die umstrittene Bauschuttaufbereitungsanlage am Rande der Gewerbezone von Wettswil wurde durch Entscheid der Baurekurskommission II (BRK II) aufgehoben. Der Entscheid ist nun rechtskräftig. Trotzdem besteht ein dringender Handlungsbedarf, um solche Anlagen definitiv aus der Gewerbezone fernzuhalten. Der Ball liegt beim Gemeinderat von Wettswil.

Geplant war die Bauschuttaufbereitungsanlage mit Kiesumschlagplatz am Rande der Gewerbezone von Wettswil, mitten in der Ebene, einem für die Bevölkerung wichtigen Naherholungsgebiet.

Die Anlage werde zuviel Lärm, Staub und Feinstaub verursachen befürchteten viele Wettswiler Einwohnerinnen und Einwohner. In der Tat wären in der Anlage jedes Jahr rund 10‘000 Tonnen Bauabfälle (Ausbauasphalt, Strassenaufbruch, Betonabbruch, Mischabbruch) zertrümmert worden. Zudem hätte das Grundstück als Kiesumschlagplatz von nochmals 10‘000 Tonnen Material gedient. Dies hätte nicht nur Staub und Feinstaub, sondern auch Lärm erzeugt, der vor allem während der Brechvorgänge im bewohnten Gebiet deutlich zu hören gewesen wäre.

Rekurs gutheissen und Baubewilligung aufgehoben
Deshalb hat das Umwelt Forum Wettswil zusammen mit dem Zürcher Heimatschutz und einer Anwohnerin die Baubewilligung für das Vorhaben bei der BRK II angefochten. Ideell und finanziell wurde es von den Ärztinnen und Ärzten für Umweltschutz, Sektion Zürich, und von Pro Amt unterstützt. Der Rekurs ist im Juni von der BRK II gutgeheissen und die Baubewilligung für das gesamte Projekt aufgehoben worden. Weil dieser Entscheid nicht angefochten wurde, ist er jetzt rechtskräftig.

Die Baubewilligung wurde indes nicht wegen der zu erwartenden Immissionen, sondern wegen der Zufahrtsstrasse aufgehoben. Diese liege in der kantonalen Landwirtschaftszone, schreibt die BRK II, und Baugrundstücke dürfen grundsätzlich nicht ausserhalb des Siedlungsgebietes erschlossen werden.

Wie geht es weiter?
Auf jeden Fall muss dieses Grundstück nun erschlossen werden. Die BRK II zählt die beiden Möglichkeiten dazu auf: Entweder wird die Erschliessungsstrasse eingezont, dann müsste die Vorlage von der Gemeindeversammlung gutgeheissen werden. Oder aber ein Quartierplanverfahren wird eröffnet, in welchem die Erschliessung des Baugrundstückes über bestehendes Siedlungsgebiet geregelt wird.

Werden wir jetzt von einer Bauschuttaufbereitungsanlage definitiv verschont, ist jetzt die Frage. Denn sobald die Zufahrt zum Grundstück gewährleistet ist, steht einer Neuauflage des Projektes gemäss heutiger Bau- und Zonenordnung buchstäblich nichts mehr im Wege.

Mehr noch, die BRK II fand die staubmindernden Massnahmen – vor allem Berieselung mit Wasser – als genügend. Die strittige Anlage müsste also nicht einmal eingehaust werden, obwohl eine Richtlinie des BUWAL dies so vorschreibt. An anderen Orten werden diese Richtlinien jedoch ernst genommen und umgesetzt, so dieser Tage bei einer geplanten Bauschuttaufbereitungsanlage in Wädenswil: „Herzstück des neuen Recyclingwerks ist eine Brechanlage auf der Nordwestseite des Areals. Dort wird das angelieferte Rohmaterial mit Brachialgewalt in feine Stücke zertrümmert und für diverse Recycling-Stoffe aussortiert. Um Staub- und Lärmimmissionen möglichst eindämmen zu können, soll der Brecher gemäss Markus Schmid, Leiter Planung und Ressourcen bei der Kibag, in eine 65 Meter lange, 25 Meter breite und bis zu 18 Meter hohe Halle eingehaust werden.“, stand es im Tages Anzeiger vom 3. September 2008 zu lesen.

Für den Vorstand des Umwelt Forums wurde während des langen Verfahrens eines klar: Viele Wettswilerinnen und Wettswiler sind gegen diese Anlage. Das haben wir in Gesprächen deutlich zu verstehen bekommen. Mehr noch zeigt dies die finanzielle Unterstützung durch die Wettswiler Bevölkerung. So konnte das Umwelt Forum durch deren Spenden rund 30‘000 Franken Anwaltskosten begleichen.

Ergänzung der Bau- und Zonenordnung dringend notwendig
Was lässt sich gegen eine Neuauflage des Bauschuttprojektes tun? Die Baurekurskommission II hat die Lösung aufgezeigt. Es ist nämlich möglich, durch eine Ergänzung der Bau- und Zonenordnung bestimmte Betriebe, wie Bauschuttaufbereitungsanlagen und Kiesumschlagplätze, generell aus der Gewerbezone auszuschliessen. Damit könnten Lärm und Staub erzeugende Anlagen in Zukunft aus unserer Gewerbezone ferngehalten werden. Wenn die Erschliessung erst geregelt und das Projekt erneut auf dem Tisch liegt, ist es zu spät. Der Ball liegt nun beim Wettswiler Gemeinderat.

Umwelt Forum Wettswil
Verena Berger, Präsidentin

Wehret den Anfängen (4)

Ein Augenschein vor Ort hat am 18. September 2007 ergeben:

Der ehemalige Flurweg der Gemeinde Wettswil neben dem Bahnwärterhaus ist zu einer breiten "Piste" ausgebaut worden;
Materialboxen aus alten Eisenbahnschwellen sind gebaut worden, darin lagert Kies und Geröll;
Altmetall lagert auf dem Gelände;
grosse Kies- und Erdhaufen sind da;
ein Bagger ist in Aktion und schliesslich kommen noch zwei Lastwagen, welche ihre Fracht abladen.

Die Gemeinde ist Aufsichtsorgan und wurde von der Baurekurskommission aufgefordert, darauf zu schauen, dass das Gelände inkl. Strasse weder ausgebaut noch "zweckentfremdet" genutzt wird. Wir haben die Gemeinde am 21. September 2007 aufgefordert, ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen.

Hier können Sie die vollständige Fotodokumentation vom >> 18. September 2007 und >> 24. September 2007 betrachten.


Wehret den Anfängen (3)

Fragen und Antworten zur Bauschuttaufbereitung in der Ebene von Wettswil

In der Gewerbezone von Wettswil soll ein Lager für Kies- und Bauschutt sowie eine Bauschuttaufbereitungsanlage eingerichtet werden. Die entsprechenden Bewilligungen wurden anfangs Jahr erteilt. Das Umwelt Forum Wettswil hat zusammen mit dem Zürcher Heimatschutz Rekurs dagegen erhoben.

Die „Petition für eine naturnahe Ebene von Wettswil und Bonstetten“ wie auch die Planungsgruppe „Zukünftige Nutzung Filderen“ wollen einhellig die grüne, landschaftlich schöne Ebene bewahren. Die Ebene soll für die Erholungssuchenden erhalten und aufgewertet werden, desgleichen die bestehenden Naturschutzobjekte Ziegeleiweiher, Fischbach, Friedgraben, Bahndämme, Hecken und Gehölze, um nur wenige zu nennen. Die Gewerbezone sei genügend gross, bedürfe keiner Erweiterungen, lautet eine Empfehlung der Planungsgruppe „Zukünftige Nutzung Filderen“. Die nun bewilligte Bauschuttaufbereitungsanlage zwischen Moosstrasse und den Ziegeleiweihern widerspricht diesen Beschlüssen und Bestrebungen in allen Belangen.

Die bewilligte Anlage wird zu umfangreichen Staub- und Feinstaubemissionen führen, der Lärm wird uns belästigen, die Naturschutzzonen in der Ebene werden beeinträchtigt und das Projekt stellt eine Gefahr für das Grundwasser dar.
Vorgeschrieben für einen Betrieb mit Bauschutt-, Strassen- und Asphaltzertrümmerung ist eine sogenannte Einhausung mit separater Entstaubungsanlage. Diese fehlt. Die Industriezone liegt in einem Gewässerschutzbereich und hier fehlt der Nachweis, dass keine Wasser gefährdenden Stoffe in den Untergrund versickern können.

Vielen Bewohner/innen in Wettswil ist es unbegreiflich, dass Gemeinde und Kanton dieses mangelhafte Projekt bewilligen konnten. Aus diesem Grund möchte das Umwelt Forum auf einige der zahlreichen Fragen eingehen, welche in letzter Zeit an den Verein gerichtet wurden.

„Wie ist es möglich, dass die Gemeinde Wettswil eine solch lärm- und staubintensive Anlage so nahe bei einer schönen Wohnlage und inmitten eines naturnahen Erholungsgebiete bewilligen konnte?“
Das ist in der Tat unerklärlich. An anderen Orten stehen Bauschuttaufbereitungsanlagen weit weg vom Siedlungsgebiet, oft sogar in bestehenden Kiesgruben, wie der kantonale Richtplan dies auch vorschreibt.

„Steht nicht auch nebst der Wohnqualität die Gesundheit und das Wohlergehen der Bevölkerung im Vordergrund?“
Dieser Sachverhalt war für das Umwelt Forum auch der Hauptgrund, gegen diese Anlage zu rekurrieren. Gerade beim Betrieb der Brecheranlage mit einer Kapazität von 200 bis 300 Tonnen pro Stunde wird viel Staub erzeugt. Überall, wo sichtbarer Staub auftritt, durch Mahlen, Brechen, Abrieb etc., entsteht auch gesundheitsschädlicher Feinstaub. Dieser wird über grosse Distanzen verfrachtet. Bei Inversionslagen, die im Becken von Wettswil und Bonstetten häufig vorkommen, reichern sich zudem alle Luftschadstoffe an. Schwebestaub dringt tief in die Atemwege ein; dabei sind Kinder und ältere Leute besonders gefährdet. Deshalb wird der Rekurs auch von den Ärzt/innen für Umweltschutz, Sektion Zürich unterstützt. Wegen des Staubes und Feinstaubes müssen solche Anlagen „eingehaust“ und mit einer separaten Entstaubungsanlage versehen werden. Beides ist bei diesem Projekt nicht vorgesehen.

„Mir macht der zusätzliche Lärm, nicht nur der Brecheranlage, sondern auch vom Ab- und Aufladen, sowie Hin- und Wegtransport Sorgen. Wird der Lärm von der Bauschuttanlage nicht bis in die höheren Wohnlagen störend wirken?“
Die Erfahrung lehrt uns, dass Lärm aus der Ebene bis zum Waldrand hinauf hörbar ist (Amphitheater-Effekt).

„Warum noch eine neue Bauschuttaufbereitungsanlage? Gibt es nicht schon genügend in der Nähe?“
Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben folgende Bauschuttverwerter gefunden: Agir AG in Ottenbach und Dietikon und Risi AG in Sihlbrugg.

„Wie wirkt sich die Staub- und Lärmimmission auf die umliegenden Gewerbebetriebe in der Nähe aus?“
Wir können nur vermuten, dass auch diese unter dem Staub und Lärm leiden werden. Ob einer dieser Betriebe Rekurs gemacht hat, entzieht sich unserer Kenntnis.

„Wie ist die Beeinträchtigung im umliegenden Naherholungsgebiet und bei den Ziegeleiweihern?“
Es ist ganz klar, je näher bei der Anlage, desto schlimmer sind die Auswirkungen. Betreffend Ziegeleiweiher hat das Amt für Landschaft und Natur in seiner Stellungnahme festgestellt, dass der Einfluss der Staubemissionen unklar ist. Im Umweltverträglichkeitsbericht würden sowohl Angaben über die stoffliche Zusammensetzung des Staubes wie auch über die Mengen des Staubes fehlen.

„Was lässt sich jetzt noch machen?“
Rechtlich gesehen, lässt sich heute nichts Neues mehr machen. Doch das Umwelt Forum bleibt mit seinen Rekurs – stellvertretend für seine Mitglieder - am Ball, wovon alle in Wettswil Wohnende profitieren. Mit einer finanziellen Unterstützung können Sie die hohen Rekurskosten des Forums mittragen. Konto: PC-Konto Umwelt Forum Wettswil, 8907 Wettswil, Nr. 87-547506-4; Vermerk: „Bauschutt“. Herzlichen Dank!

Vorstand Umwelt Forum Wettswil, 8. Juni 2007


"Wehret den Anfängen" (2)

Rekurs gegen die projektierte Bauschuttaufbereitung in der Ebene von Wettswil

Das Umwelt Forum Wettswil hat zusammen mit dem Zürcher Heimatschutz gegen die Bewilligung des Projektes „Kiesumschlagplatz und Bauschuttaufbereitung“ in der Gewerbezone zwischen den Ziegeleiweihern und Moosstrasse Wettswil Rekurs eingelegt.

Im Jahr 2004 haben sich Behördenmitglieder von Gemeinden, regionaler Planung und Kanton sowie Vertreter/innen der Bevölkerung in der Planungsgruppe „Zukünftige Nutzung Filderen“ eingehend mit der Ebene befasst. Dabei wurde übereinstimmend festgehalten, dass das wichtige Naherholungsgebiet in der Ebene zu erhalten und aufzuwerten sei. Zudem sei eine Arbeitsplatzverdichtung mit qualifizierten Arbeitsplätzen anzustreben. Ebenfalls im 2004 wurde die „Petition für eine naturnahe Landschaft in der Ebene von Bonstetten und Wettswil“ mit über 2000 Unterschriften beiden Gemeindebehörden sowie dem Vertreter der regionalen Richtplanung überreicht.Die neue Bauschuttaufbereitungsanlage widerspricht diesen Beschlüssen und Bestrebungen in allen Belangen.

Massive Lärm- und Luftbelastung

Die Bauschuttaufbereitungsanlage und Kiesdeponie liegt zwischen Moosstrasse und den Ziegeleiweihern. Sie soll über eine neue Strasse entlang der Bahnlinie erschlossen werden. Jährlich sollen in der Anlage über 10'000 Tonnen Bauabfälle (Ausbauasphalt, Strassenaufbruch, Betonabbruch, Mischabbruch) zugeführt, verarbeitet und wieder abtransportiert und nochmals 10'000 Tonnen Kies hin- und wieder weggekarrt werden. In Spitzenzeiten können bis zu 20 Lastwagen pro Tag ihre Fracht umschlagen.
Die Bauabfälle sollen während etwa 100 Stunden pro Jahr von einer zugemieteten Brechanlage mit einer Leistung von 200 bis 300 Tonnen pro Stunde zertrümmert werden.

Diese Arbeiten werden laut den Angaben des Baugesuches jeweils von 07.00 Uhr bis 19.00 Uhr durchgehend ausgeführt, was zu einer riesigen Lärmbelastung und weiteren grossen Staub- und Feinstaubimmissionen in Wettswil führen wird.Für eine solche Anlage ist eine „Einhausung“ mit zusätzlicher Entstaubungsanlage vorgeschrieben. Beim bewilligten Projekt sind jedoch lediglich gegen Osten und Norden „Schüttungen“ mit mobilen Schutzwänden vorgesehen.

Wo sichtbarer Staub auftritt, entsteht immer auch der gesundheitsschädliche Feinstaub. Verschlimmernd wirkt sich die lokale Topographie aus: Im Becken von Wettswil und Bonstetten treten häufig, beinahe täglich, lokale Inversionen auf. Diese wirken wie ein Deckel über dem Tal. Somit bleiben die Schadstoffe bei lokalen Inversionslagen „gefangen“ und reichern sich zu schädigenden Konzentrationen an.Auch der Lärm wird die Erholungssuchenden in der Ebene und den grösseren Teil der Wettswiler Bevölkerung stören.

Das Projekt passt nicht in die bestehende Gewerbezone

Es ist der Sinn der Raumplanung, geeignete Orte für solche immissionsträchtige Anlagen auszuscheiden. Die geplante Anlage, sie erinnert an eine Baustelle, passt nicht in die bestehende Gewerbezone von Wettswil. Die Empfehlungen der „Zukünftigen Nutzung Filderen“ verlangen eine Arbeitsplatzverdichtung mit qualifizierten Arbeitsplätzen. Selbst die Zonenordnung von Wettswil sieht hier nur „mässig störendes Gewerbe“ vor.

Widerspruch zum Natur- und Landschaftsschutz

Die riesigen Materialhaufen, die Raupenbagger, Radlader und Betriebsanlagen-Brecher wirken zusammen mit den Schallschutzwänden störend zum umliegenden landschaftlich schönen Naherholungsgebiet. Die in unmittelbarer Nähe liegenden Ziegeleiweiher, der Bahndamm, Friedgraben und Fischbach stehen überdies unter Naturschutz.

Grundwasserschutz und Verdacht von bestehenden Altlasten

Die Anlage liegt in einem Grundwasserschutzbereich. Bei solchen Deponien muss nachgewiesen werden, dass keine Gewässer gefährdenden Stoffe ausgewaschen und in den Untergrund versickern können, um die Gefahr einer Verunreinigung des Grundwassers auszuschliessen. Dieser Nachweis wurde ebenfalls nicht erbracht.

Das Gelände steht zudem unter dem Verdacht, verschmutzt zu sein. Vor rund zehn Jahren fanden ein Ölunfall und ein Brand statt; ausserdem wurden jahrelang alte Autos gelagert. Vorgeschrieben wäre daher eine Bodenuntersuchung, was aber im Zusammenhang mit der Baubewilligung nicht erfolgte.

Rekurs zum Schutz der Lebensqualität, Gesundheit der Bevölkerung und Erholungswert unserer Ebene

Trotz dieser massiven Mängel wurde im Januar 2007 das Projekt von Gemeinde und Kanton bewilligt. Dagegen erhob das Umwelt Forum zusammen mit dem Zürcher Heimatschutz Rekurs. Dieser Rekurs wird von den Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Sektion Zürich, und von der Arbeitsgemeinschaft PRO AMT unterstützt.
Grosse und auch die bescheidensten Spenden helfen uns, die mit dem Rekurs verbundene hohe finanzielle Belastung für die Rechtshilfe eines erfahrenen Bau- und Umweltanwalts zu lindern: PC-Konto Umwelt Forum Wettswil, 8907 Wettswil, Nr. 87-547506-4; Vermerk: „Bauschutt“. Herzlichen Dank!
 

Vorstand Umwelt Forum Wettswil, 9. März 2007


Zustand 2006 im Ziegeleiareal

Alle Bilder wurden im Sommer 2006 aufgenommen, als das Ziegeleiareal bereits in die Wohnzone umgezont war.

Aufnahme aus der erhöhten Wohnzone in Wettswil. Die Lärm - Immissionswerte betragen in Wohngebiet der Aufnahme 64 – 70 dB (höher als die Alarmgrenze gemäss LSV). Es bestehen heute keine Lärmschutzmassnahmen in Richtung Wettswil.
Der Virbations – Meissel, der penetranten, in den höheren Tonlage liegenden Lärm und Vibrationen verursacht. (Dieser Meissel ist in der USV für die neue Anlage „vergessen“ worden.)
Der Steinbrecher im Betrieb. Er wird trocken betrieben, obwohl er eine Befeuchtungsanlage besitzt. Die einfachsten Schutzmassnahmen gegen Staub – Emissionen werden nicht eingeschaltet.
Ist so eine Steinbrecher – Anlage mitten in der Wohnzone nötig?
Dieser „Bruch“ wird mitten in der Wohnzone verarbeitet. Dabei ist der zu gross für den Steinbrecher und muss vorher noch mit dem Vibrations – Hammer zerkleinert werden.

Wehret den Anfängen! (1)

Stellungnahme von Umwelt Forum Wettswil und Pro Amt zum neuen Projekt „Kiesumschlagplatz und Bauschuttaufbereitung“ in der Gewerbezone zwischen den Weihern und Moosstrasse Wettswil.
Über eine neue Erschliessungsstrasse - bisheriger Flurweg von der Gemeinde zur Verfügung gestellt - sollen gemäss Bauauflage jährlich 10'000 Tonnen Bauabfälle (Ausbauasphalt, Strassenaufbruch, Betonabbruch, Mischabbruch) und nochmals 10'000 Tonnen Kies heran- und die gleichen Mengen auch wieder weggeführt werden. Bereits das Hin- und Wegfahren und das Entladen der Lastwagen führt zu grossem Lärm und zu viel Staub.

Die Bauabfälle sollen während etwa 100 Stunden pro Jahr von einer zugemieteten Brechanlage mit einer Leistung von 100 bis 300 Tonnen pro Stunde zertrümmert werden. Diese Arbeiten werden laut den Angaben des Baugesuches jeweils von 07.00 Uhr bis 19.00 Uhr durchgehend ausgeführt, was zu einer riesigen Lärmbelastung und weiteren grossen Staubimmissionen in Wettswil führen wird.

Eine Einhausung der Anlage ist nicht vorgesehen. Zwar sind in zwei Richtungen mobile Schutzwände vorgesehen, doch es ist klar, dass diese Massnahmen die Bevölkerung von Wettswil vor dem Lärm nicht ausreichend schützen können. Der Bauschuttbetrieb und die Kiesdeponie werden nicht nur Lärm, sondern auch massiv Staub verursachen.
Im Jahr 2004 haben sich Behördenmitglieder von Gemeinden, regionaler Planung und Kanton sowie Vertreter/innen der Bevölkerung in der Planungsgruppe „Zukünftige Nutzung Filderen“ eingehend mit der Ebene befasst. Dabei wurde einhellig festgehalten, dass das wichtige Naherholungsgebiet in der Ebene zu erhalten und aufzuwerten sei. Ebenfalls sei das ansässige – ruhige – Gewerbe zu unterstützen. Die Zonenordnung von Wettswil lässt hier ebenfalls kein lärmintensives Gewerbe zu.

Die neue Bauschuttaufbereitungsanlage widerspricht diesen Empfehlungen in allen Belangen. Wir fragen uns, wo der Einsatz unserer Gemeindebehörde für unsere Lebensqualität bleibt!
Wer garantiert zudem, dass es bei den angegebenen 100 Stunden Brecharbeiten bleiben wird? Und wer garantiert, dass die Bewilligung dieses lärmintensiven Betriebes nicht weitere solche Betriebe nach sich zieht?
Wir fragen uns deshalb ernsthaft, wer überhaupt einen solchen lärm- und staubintensiven Betrieb angesiedelt haben will.
Das Umwelt Forum Wettswil und Pro Amt werden sich mit allen verfügbaren Mitteln für eine mässig ruhige Gewerbezone in Wettswil einsetzen, damit die Wohnqualität des Dorfes und auch die Naherholungsgebiete erhalten bleiben.

Umwelt Forum Wettswil, Arbeitsgemeinschaft PRO AMT, 25. August 2006


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