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Umwelt Forum Wettswil

 

 

 

Bitte nichts Abfälliges über das gute Grüne!

image3.gif (6285 Byte) Wieder einmal ist es Oktober. Ein grauer, trüber Nebeltag. Die Blätter rieseln reichlich von den Büschen auf den Hausvorplatz und die Hecke ragt verdächtig weit in die Strasse hinein. Sie haben’s erfasst: Arbeit tut Not. Mit dem Rechen häufe ich das Laub unter Farn und Heidelbeeren; die abgeschnittenen Äste staple ich als Asthaufen zwischen Weide und Schneeball – getreu meinen ideellen Prinzipien.

Rechtlich gesehen wird die Entsorgung von kompostierbaren Abfällen erst dann zur öffentlichen Aufgabe, wenn sie nicht in Garten, Hof oder Quartier verwertet werden können.

Es ist Montag. Unser Grünguteimer steht in geselliger Runde mit Zeinen, Grüngutsäcken und Containern am Strassenrand. Ganz konsequent sind auch wir nicht. Manchmal benutzen wir den örtlichen Service und lassen das Grüngut – kostenlos? –von der öffentlichen Hand entsorgen.
image4.gif (6772 Byte) Alles hat seinen Preis. Das Einsammeln und Kompostieren des Grüngutes kostete die Gemeinde 1999 rund 123‘400.- Franken. Dies ergibt pro Person und Jahr 33.50 Franken, bei einem kantonalen Durchschnitt von 21.- Franken. Oder anders: Jeden Montag werden gut 3‘500.- Franken verbraucht!     
Ich stelle den schwarzen Grünguteimer wieder an seinen Platz vor der Garage und frage mich, welche Menge wohl darin Platz haben dürfte. 140 Liter oder gar mehr? In Wetzikon hätten wir für einen 140 Liter Kübel zwei selbstklebende Grüngutmarken für je Fr. 2.50 kaufen und aufkleben müssen. Sicher wäre uns dann der Gang von der Garage zum Kompost nicht zu weit gewesen!

Die Menge des gesamten Grüngutes ist in den letzten Jahren in Wettswil kontinuierlich gestiegen. Vor vier Jahren wurden rund 80 Tonnen weniger gesammelt als letztes Jahr (545 Tonnen). Die Kosten sind dabei ebenfalls stetig gestiegen. Diese dürfen dabei nicht etwa durch Steuern berappt, sondern müssen von Gesetzes wegen durch separate Gebühren abgegolten werden.

In Wettswil wird das Einsammeln und zentrale Kompostieren von jedem einzelnen mittels pauschaler Abfall-Grundgebühr bezahlt. Diese wird abgestuft nach Wohnungsgrösse erhoben. Für ein Einfamilienhaus beträgt sie zur Zeit rund 248.- Franken. Über 50% dieser pauschalen Grundgebühr wird heute für das Grüngut (Einsammeln und Kompostieranlage) verwendet!

Jetzt gewinnt die Sonne den Kampf gegen den zähen Nebel. Ich nehme Papier und Stift, setze mich in den Garten und überlege mir, wie ich die vielen Zahlen und Fakten rund um die kompostierbaren Abfälle für den Wettsiwil-Aktiv Artikel interessant verpacken könnte.

Das Umwelt Forum Wettswil ist mit dem Regierungsrat des Kantons Zürich einig, wenn dieser für Wettswil schreibt: "Auch im vorliegenden Fall ist der Gemeinderat im Sinne einer Empfehlung einzuladen, in Anbetracht der Kosten von Grünabfuhr und Kompostierung für Grünabfälle die Einführung einer separaten Grüngutgebühr zu prüfen. Damit kann die Bevölkerung motiviert werden, selber zu kompostieren. Einer solchen Gebühr käme Lenkungsfunktion zu. Es dürfte erwartet werden, dass die einzusammelnden Grüngutmengen erheblich zurückgingen, womit voraussichtlich auch die seit 1996 steigenden Kosten der Grünabfuhr und der Kompostierung gesenkt werden könnten."

Aber das letzte Wort haben Sie, liebe Leserin und lieber Leser. An der Gemeindeversammlung vom Juni 2001 werden Sie über die gesamte Abfall-Gebührenregelung entscheiden können und damit ebenfalls, ob sogenannt direkte, verursacherergerechte Gebühren auch für das Grüngut eingeführt werden sollen oder nicht.

image5.gif (7239 Byte) Verena Berger, Dezember 2000

Notabene: Die Menge des Hauskehrichts ist seit der Einführung der (direkten, verursachergerechten) Sackgebühr gesunken. Von 414 Tonnen 1996 auf 335 Tonnen im Jahre 1999.UARROW.GIF (1147 Byte)

Dieser Artikel erschien im Wettswil-Aktiv Ausgabe 04 2000

 

 

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