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Ende November, draussen ist es kalt und unwirtlich. Haben Sie sich auch schon überlegt,
wo all die kleinen Tiere wie Spinnen, Käfer und Schmetterlinge stecken? |
Hier ein
kleiner Test:
Wie überwintern Schmetterlinge ?
| als Puppen |
als Raupen |
als Eier |
| als Schmetterlinge |
sie fliegen in den Kongo |
sie fliegen in den
sonnigen Süden |
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| Falls Sie die Fragen
sechsmal bejaht haben, liegen Sie richtig. Der Admiral und der Distelfalter fliegen
tatsächlich in den Süden, um der blüten-, sprich nektarlosen Winterszeit bei uns zu
entfliehen. |
| Im dichten
Laub von immergrünem Efeu oder Stechpalmen überwintert der bekannte Zitronenfalter als
Schmetterling. Dies kann er nur, weil er wie andere Insekten auch seine
Körperflüssigkeit zu verändern vermag. Mit Kot und Urin hat er überflüssiges Wasser
ausgeschieden und danach einen Teil seines verbleibenden Körpersaftes durch eine Art
Frostschutzmittel, eine Mischung aus Alkohol, Eiweissen und Salzen, ersetzt. Im Frühjahr
wird er seine Körperflüssigkeit wieder zu neuem Leben verdünnen". Nach der Überwinterung findet die Paarung statt, der ein gemeinsamer,
tanzender Balzflug vorausgeht. |
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Aber dann beginnt
für ihn das eigentliche Problem. Strenggenommen für sie", die blassgelbe
Partnerin des Zitronenfalters. Die Raupen fressen nämlich nicht irgendwelche grünen
Blätter, sondern nur diejenigen von zwei Straucharten: Faulbaum und Kreuzdorn. Und diese
beiden Buscharten sind bei uns selten geworden. |
| Vor der Eiablage
markiert das Schmetterlingsweibchen ihren ausgewählten Strauch (manchmal auch bis zu drei
Sträucher!) mit Duftmarken, damit sie ihn wieder findet. Danach klebt sie die Eier an die
Zweigspitzen, wo bald darauf die ersten Knospen aufbrechen werden. |
Die
kleinen Räupchen sind kaum wahrnehmbar. Sie haben eine grüne Hautfarbe und halten sie
sich vor allem auf der Blattunterseite auf. Drei bis sieben Wochen später verpuppt sich
die Raupe an der Futterpflanze. Und wiederum zwei bis vier Wochen später befreit sich der
gelbe Schmetterling aus seiner Puppenhülle.
Und jetzt beginnen weitere Probleme:
Schmetterlinge brauchen Nektar, eine zuckerhaltige Flüssigkeit, welche in Blüten
entsteht. Und wiederum sind es die nektarreichen Blütenpflanzen, welche bei uns immer
seltener werden. Pflanzen nämlich, die sich an ungepflegten, trockenen Wegrändern wohl
fühlen oder auf nicht gedüngtem, magerem und steinigem Boden gedeihen. Wilder Majoran
und Quendel sind beispielsweise solch beliebte und ergiebige Nektarquellen.
Ansonsten wäre der Zitronenfalter ein robuster
und langlebiger Schmetterling. Über ein Jahr alt kann er werden - ein wahrer Methusalem
unter den Schmetterlingen, deren Lebenszeit sonst oft nur wenige Wochen beträgt. Dies
gelingt ihm, weil er sowohl im Winter wie auch im Sommer eine längere Ruhepause einlegt. |
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Haben Sie dieses
Jahr einen Zitronenfalter gesehen? Wir jedenfalls nicht. In einem Fachbuch heisst es:
Schmetterlinge sind eine Art Barometer für Veränderungen in unserer Umwelt: Sie
zeigen Schlechtwetter und Gutwetter für viele andere Tierarten an."
Mit wenigen Massnahmen können wir die
Lebensbedingungen für den Zitronenfalter wiederherstellen. Einheimischer Faulbaum oder
Kreuzdorn sind in beinahe jeder Gärtnerei zu beziehen. Sie sind, wie gesagt, die einzige
Nahrungsquelle für die Raupen des Falters. |
Ein
Lesehaufen aus Steinen ist der ideale Standort für wärmeliebende Kräuter, welche alle
Schmetterlingsarten mit Nektar versorgt. Oder warum nicht ein Balkonkistchen oder
Blumentopf mit nektarreichen Falterblumen" bepflanzen? Geeignet sind die
einheimischen Flockenblumen-, Nelken-, Astern- und Distelnarten. Oder wie wäre ein
Kräuterkistchen mit Wildem Majoran und Oregano für Sie und die Sommervögel?
Oktober 1999, Verena Berger |
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