Home
Nach oben
Umwelt Forum Wettswil

Aktuell
Fassreinigung Amstutz
20 Jahre nach dem Bericht "Biel"
Autobahn
Landwirtschaft
Golfplatz Stierenmas
Wettbewerb
Erholungsraum Ebene?
Halle für alle
Grüngut
Natur im Siedlungsraum
Werden Sie Mitglied
Links
Statuten

 

 

 

..... für Spatz, Seele und Portemonnaie

Wärmedämmung für 20 Franken?

Stellen Sie sich vor: Sie wollen ihr Haus umweltfreundlich gegen Kälte schützen. Deshalb verlangen Sie bei einer renommierten Firma genauere Informationen und einen Kostenvoranschlag. Die vorgeschlagene Lösung ist nicht nur ein guter Kälte- und Wärmeschutz, sondern dient ebenfalls als Schallschutz. Ausserdem wird die Atemluft verbessert, da das System Sauerstoff produziert und Staubpartikel aus der Luft filtert. Und all dies beinahe gratis. Nur brauchten sie etwas Geduld, da der empfohlene Dämmschutz eine lebende Pflanze sei. Jedoch wachse diese gerade an den schattigsten Stellen dicht und üppig: Efeu.

 

Efeu Hedera helix

 
Efeu bildet im Laufe der Jahre dicke Polster und schützt so wirkungsvoll Wände vor Witterungseinflüsse

Ganzjährige Klimaanlage

Wer in einem rundum bewachsenen Haus lebt, besitzt eine ganzjährige Klimaanlage. Im Winter funktioniert das dichte Rankenwerk wie ein Pullover: Die kalten Winde können gar nicht erst bis zur Hausmauer vordringen, und die Luftpolster im Pflanzenmantel geben nur wenig Wärme nach aussen ab. So bewachsene Häuser verlieren bis zu 30% weniger Wärme als „nackte" - eine beachtliche Ersparnis an Heizkosten!

Im Sommer wirkt der grüne Pelz am Haus wie eine ausgeklügelte Klimaanlage. Die Pflanzen verdunsten über die Blätter Wasser; schützen sie sich solcherart selbst vor einer Überhitzung. Zugleich kühlt ein Pflanzenkleid die darunterliegende Hauswand. Je höher die Temperaturen steigen, desto mehr Wasser wird verdunstet – so verläuft die Kühlung des Hauses stufenlos. In der Nacht wiederum wirkt der Pflanzenmantel der Abkühlung entgegen.

Aber die Wände?UARROW.GIF (1147 Byte)

Mit winzigen Haftscheibchen hält sich der Efeu an der Wand fest. Es sind keine Wurzeln, die in die Wände hinein wachsen. Trotzdem eignet sich nicht jedes Mauerwerk für diese Art Grünkleid: Bei kunstharzhaltigem, sehr dünnem, porösem oder gar rissigem Verputz muss man andere mauerbewachsende Kletterpflanzen wählen, die an einem Gerüst emporranken.

Ansonsten schützt das dichte Blattposter die Wände wirksam vor Witterungseinflüssen. Heftiger Schlagregen wird abgedämpft, schädlicher saurer Regen gelangt weniger oder gar nicht mehr an die Wand. Die Haftwurzeln entziehen dem Verputz sogar Feuchtigkeit und verhindern so Frostrisse, welche gefrierendes Wasser verursachen kann.

Ein eindrückliches Beispiel dieses Schutzes zeigt sich beim Kloster Arnsburg (Hessen), welches 1174 erbaut wurde. Eigentlich müsste der Kalkverputz auf den massiven Basaltmauern längst durch die jahrhundertelang wechselnde Witterung abgenagt sein, doch der Efeumantel hat ihn bis heute erhalten. Nach den armdicken Ästen zu schliessen, steht der Efeu schon seit mehreren hundert Jahren an seinem Platz – eine kleine Ewigkeit, in der weder die Mauer gesprengt noch den Putz zerstört noch mit seinen ebenfalls armdicken Wurzeln die Fundamente beschädigt hat. Schaden hat das Bauwerk zwar erlitten, aber nur dort, wo kein Efeu die Mauern bedeckte.

 
Wo Efeu in Arnsburg Gemäuer bedeckte, blieb dieses dank des Pflanzenschutzschildes standfest und - infolge der entwässernden Wirkung der Haftwurzeln - auch trocken.

Und das Ungeziefer?UARROW.GIF (1147 Byte)

Pflanzen locken Tiere ans Haus und nicht ins Haus. Diese Tiere sind in aller Regel keine Haushaltsschädlinge, sondern Lebewesen, die sich höchstens einmal ins Haus verirren. Wenn wir den Mut zu mehr Natur am und ums Haus aufbringen, werden wir Zeuge einer subtilen Selbstregulierung, einer natürlichen Balance: dem ökologischen Gleichgewicht.

An einer Hausecke ist die komplette Nahrungskette vorzufinden: Spinne frisst Fliege, Meise frisst Spinne, Katze fängt Meise; oder Hausrotschwanz fängt Käfer, Katze fängt Hausrotschwanz; Brandmaus frisst Regenwurm, Spitzmaus frisst Käfer, Katze fängt Brandmaus und Spitzmaus; die Hummel findet Blütenpollen.

 

 Kontakt: info@ufw.ch
design berger-online