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Es ist nicht alles Golf, was glänzt
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Die Kehrseiten des Golfplatzprojektes
Stierenmas Bonstetten/Wettswil
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Eine gewachsene Landschaft, natürlich
genutzt ...
Die – in früheren Jahren geschützte! –
Beckenlandschaft von Bonstetten und Wettswil wurde in Tausenden von Jahren
durch einen Ausläufer des Reussgletschers gebildet. Als dieser sich
zurückzog, hinterliess er Seiten- Stirn und Grundmoränen; ein
natürliches Becken entstand. Im Becken selbst bildete sich ein Flachsee,
welcher allmählich verlandete und zu einer flachen Sumpf- und
Moorlandschaft wurde.
Tonhaltiges Sediment wurde später zur
Herstellung von Ziegeln verwendet und Torf wurde zu Heizzwecken gestochen.
Noch heute zeugen die unter Naturschutz stehenden Ziegeleiweiher und die
Flurnamen davon (Äner Moos, nächer Moos, Stierenmas, Moosacher, Heumoos
usw.). Im südlichen Teil der Ebene existiert unter der Ackerfurche immer
noch eine ca. ein Meter dicke Torfschicht!
Vor 60 Jahren wurde die Ebene entwässert und
eignet sich seither wegen ihrer natürlichen und ungebrochenen Flachheit
als bestes Ackerland.
Diese gewachsene und urwüchsige Landschaft
ist durch nichts zu ersetzen! |
... verändert sich für immer!
Durch den Autobahnbau wurde diese natürliche
Landschaft bereits zu einem grossen Teil (45 bis 50 Hektaren)
unwiederbringlich zerstört. Der jetzt in der organisch gewachsenen Ebene
verbleibende Landschaftsraum wirkt jedoch noch grosszügig – und der
Ausblick auf ihn – beruhigend, weil er weitgehend gleichförmig ist.
Durch die im Laufe des Jahres wechselnden Farben der grossflächigen
Äcker lässt uns den Rhythmus der Jahreszeiten mit allen Sinnen erleben.
Dies gilt es langfristig zu bewahren.
Der Golfplatz selber würde die gigantische
Fläche von 67 Hektaren in Anspruch nehmen. Nämlich die gesamte Fläche
zwischen der Moosstrasse (Driving Range) in Wettswil und der Maasstrasse
in Bonstetten, bzw. zwischen Fischbach und Luzernerstrasse.
Machen wir uns nichts vor: Ein Golfplatz ist
in erster Linie eine gemachte Kunstlandschaft. Mehr noch: Um eine
attraktive Golfanlage zu erstellen, sind Terrain-Veränderungen gewaltigen
Ausmasses nötig, die kaum rückgängig zu machen sind und den gewachsenen
Boden für immer zerstören. Die Umwandlung dieses umfangreichen Gebietes
in einen Golfplatz verändert den Charakter der Landschaft dauerhaft. Wie
das Beispiel Otelfingen zeigt, entsteht dabei eine Mondlandschaft mit
Hügelchen und Senken, welche selbst bei trübem Wetter, ohne
Schattenwurf, unruhig und nervös wirkt. |
Der Erholungswert in der Ebene ...
Die Wege und Flurwege werden in der jetzigen
weiträumigen Ebene rege benützt. Wie die Erfahrung bei anderen
Golfplätzen zeigt, ist es unausweichlich, dass die Bedürfnisse der
Golfspielenden mit der Bewegungsfreiheit und Sicherheit von
Spaziergängern, Wanderern, Velofahrern u.a. kollidieren. Ein Wegfall oder
die Einzäunung dieser Wege würde die Möglichkeit zu deren erholsamen
Nutzung durch die Bevölkerung in unzumutbarer Weise beschneiden. |
... wird durch die Zone Landwirtschaft
geschützt
Mit der Beanspruchung von 67 Hektaren
Landwirtschaftsland wird den Landwirten in den Gemeinden Bonstetten und
Wettswil topfebenes Ackerland, auf welchem Nahrungs- und Futtermittel
angebaut werden, entzogen.
Es ist verantwortungslos, dieses Gebiet,
welches kantonal als Ackerland „reserviert" ist, für ein
Freizeitvergnügen zu missbrauchen. Der Verlust dieses
Landwirtschaftsgebietes hätte nämlich weitreichende Konsequenzen: Die
fehlenden zukünftigen Erträge dieses Gebietes müssten durch Importe
ersetzt werden, was wiederum zu mehr Schwerverkehr und zu Luftbelastungen
führen würde.
Nun schützt aber gerade die jetzige
Zoneneinteilung „Landwirtschaftsgebiet" unseren Erholungsraum in
der Ebene vor einem allfälligen, durch die Realisierung der Autobahnen
ausgelösten Bauboom. Nur die Landwirtschaftszone, nicht aber die „Erholungszone
Golf" untersteht dem Bäuerlichen Bodenrecht, welches auch gemäss
Bundesgerichtspraxis garantiert, dass Landwirtschaftsland weder
zweckentfremdet genutzt noch veräussert werden darf. |
Global denken, lokal handeln
„Täglich sterben in der Schweiz sieben
Bauernbetriebe", war letzthin in der Zeitung zu lesen und „jede
Minute wird im Kanton Zürich vier Quadratmeter Land überbaut."
„Global denken" wird oft dazu benutzt,
ein Nicht-Handeln auf lokaler Ebene zu rechtfertigen. Hier drängt sich
jedoch ein lokales Handeln - mit weitreichenden Folgen - geradezu auf. Am
10. Mai können die Stimmbürger/innen in Bonstetten mit ihrer Nein-Stimme
unsere lokale Landschaft, Erholungsfläche und Landwirtschaft schützen.
Verena Berger, 25. April 2001 |
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