Home
Nach oben

Umwelt Forum Wettswil

 

Fotos
Stellungnahme UFW

 

 

Geruchsbelästigungen und (k)ein Ende?

Chronologie eines Skandals. 
>> Fotos einer typischen Abluftfahne vom 25. November 2002
Am 20. Februar 2002 haben wir eine Sammelanzeige unterschrieben von 125 Personen aus Wettswil und Bonstetten beim Umwelschutzdienst der Kantonspolizei eingereicht. Dank des Artikels im Tages-Anzeiger sind weitere 69 Anzeigen bei uns eingetroffen. Somit haben insgesamt 194 Einwohnerinnen und Einwohner aus Wettswil und Bonstetten Anzeige gegen die Geruchsimmissionen erhoben!

Was wir seit Jahren vermutet haben, ist vom kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft bestätigt worden:
Bei den gefährlichen Substanzen, welche letzten Juli bei Messungen gefunden wurden, handelt es sich um Perchlorethylen (Per) und Trichlorethen (Tri). Diese Substanzen werden bei Textilreinigungen und in der Industrie (Entfetten von Metallen) als Reinigungsmittel angewandt.  Der Geruch von Perchlorethylen wird als "widerlich süsslich"  beschrieben.
Diese beiden giftigen Lösungsmittel wirken sich nach Auskunft eines Arztes, welcher sich im toxikologischen Bereich auskennt, akut auf die Schleimhäute, das Zentralnervensystem (Kopfschmerzen bis Rauschsymptome) und das Herzkreislaufsystem aus.
Bei chronischer Exposition können Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Nieren- und Leberschäden auftreten.

Weil sich bei uns häufig Inversionen (Kaltluftseen) bilden, in denen die Luftschadstoffe gefangen bleiben und sich somit anreichern, hier die "links" zu den Ökoscience Inversionsmessungen zum download: >>Wintermessung 1998/1999; >>Sommermessung 1999 (mit Zusammenfassung der Wintermessungen Seiten 6 bis 9)


>>Kassensturzdrehtag am 9. März 2002 um 14 Uhr beim Robinson-Spielplatz in Wettswil!
>>Das können Sie tun!

>>Neue Verfügung vom 14. Dezember 2001
>>Stellungnahme Umwelt Forum zur aktuellen Situation
>>
Artikel Tages-Anzeiger vom 20.02.2002: "Gestank sorgt im Säuliamt für Stunk"

19.06.1981 Zerstörung des Betriebes "Ettenberg" durch Brand. Dabei wurde ein Angestellter tödlich verletzt.
25.01.1985 Genehmigung Baurechts- und Kaufrechtsvertrag Gemeinde Wettswil / J.Amstutz betr. 7'522 m2 Land an der Moosstrasse durch die Gemeindeversammlung.
27.09.1982 Baubewilligung für Hallen-Neubau an der Moostrasse (am 3.8.1982 wurde bereits ein Provisorium baurechtlich sanktioniert und J. Amstutz das benötigte Gemeinde-Land zur Verfügung gestellt).
09.05.1984 Bezugsbewilligung für neues Betriebsgebäude (Fertigstellung).

28.08.1985

Beschwerde Borschberg + Käser AG, Franz AG, Foba AG und Phonex AG wegen Geruchsbelästigung (1. offizielle Reklamation). 

27.09.1985 Stellungnahme KIGA (Kantonales Arbeitsinspektorat) mit Hinweis, dass die Federführung für eine lufthygienische Sanierung sowohl von der Gemeinde als auch vom Kanton übernommen werden kann.
10.10.1985 Gemeinderätlicher Brief an KIGA betreffend Übertragung der Federführung an KIGA. (KIGA ist ab 27.8.1986 zwingend zuständig, nachdem J. Amstutz als industrieller Betrieb eingestuft wurde).

02.12.1985

Aufforderung des KIGA an J. Amstutz, bis Ende Dezember 1985 einen Sanierungsvorschlag zu unterbreiten (!)

12.02.1986 Mahnung KIGA betreffend ausstehendem Sanierungsvorschlag, Termin Ende Februar 1986 (somit erste Fristverlängerung!).
14.03.1986 Stellungnahme J. Amstutz an KIGA.
11.06.1986
12.06.1986
Das KIGA macht Abluftmessungen und stellt folgendes fest: Ausstoss an organischen Lösungsmitteln - angegeben als Kohlenwasserstoff - für die Fassreinigung ca. 10 kg/h und für die Fasslackierung ca. 22. kg/h, somit total ca. 32 kg/h. Erlaubt wären jedoch lediglich je 3 kg/h für jede Anlage.
21.08.1986 und 22.08.1986: zahlreiche Klagen wegen massiver Geruchs-Belästigung.
03.09.1986 Aufforderung des Gemeinderates an KIGA, endlich die benötigten Massnahmen zu treffen und durchzusetzen.
17.09.1986 Übermittlung eines Leserbriefes im "Anzeiger" an das KIGA.
18.09.1986 Information der Bevölkerung mittels Germeinderat-Verhandlungsbericht im "Anzeiger".
10.11.1986 Stellungnahme KIGA mit Hinweis auf Personalprobleme (Zunahme des Arbeitsanfalles im Zusammenhang mit der Inkraftsetzung der Luftreinhalteverordnung per 1. März 1986, ohne dass der Personalbestand erhöht wurde) und fehlende Erfahrung hinsichtlich technischer Verbesserungen für Abluft-Reinigung.
28.01.1988 GR (Gemeinderat) drückt gegenüber KIGA Befremden aus, dass noch immer nichts konkretes unternommen wurde.
09.02.1988 Stellungnahme KIGA mit erneutem Hinweis auf Personalsituation und Bitte, beim Auftreten von Belästigungen Monitoren (mit Hilfe von Aktivkohle - sie binden Stoffe in der Luft an sich - versucht man den Luftschad- bzw. Geruchsstoffen auf die Spur zu kommen) zu exponieren.
18.03.1988 Formelle Aufforderung zur Einreichung von Sanierungsvorschlägen zur Einhaltung der Emissionsbegrenzungen durch KIGA an J. Amstutz mit Frist bis 30. Juni 1988.

11.07.1988

Fristverlängerung zur Einreichung der Sanierungsvorschläge bis 15. August 1988 durch KIGA.

03.02.1989 GR-Brief an KIGA mit Hinweis, dass erneut zahlreiche Klagen eingegangen sind, und Forderung, dass die Angelegenheit nunmehr speditiv behandelt wird.
Gleichzeitig GR-Brief an den zuständigen Direktionsvorsteher, Regierungsrat Dr. H. Künzi, mit der Bitte, dafür besorgt zu sein, dass das Arbeitsinspektorat dei Sache speditiv vorantreibt.
21.04.1989 Stellungnahme Regierungsrat Dr. H. Künzi u.a. mit Hinweis auf technisch anspruchsvolle Lösungen und Tests mit einer Versuchsanlage.
29.03.1989 Brief KIGA an J. Amstutz: Versuchsanlage wird bis Mitte April 1989 aufgestellt, bis Ende Mai 1989 soll ein definitiver Vorschlag für die Sanierungsmassnahmen ausgearbeitet sein.
05.06.1989 Übermittlung einer Beschwerde eines Bonstetter Einwohners durch GR Bonstetten (Beantwortung mit GR-Brief vom 7. Juni 1989 und KIGA-Brief vom 30. Januar 1990).

12.06.1989

KIGA übermittelt dem GR einen Messbericht. Darin wird aufgezeigt, dass die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung für VOC (Gesamtkohlenstoffmenge der Lösungsmittel) massiv überschritten werden: Die Farbspritzanlage stiess rund 7 mal und die Fassreinung rund 3 mal mehr VOC aus als erlaubt. Insgesamt werden 32 kg VOC pro Stunde ausgestossen. Laut Luftreinhalteverordnung hätten die Behörden auf Grund dieser massiven Überschreitung der Grenzwerte die Sanierungsfrist bis auf 30 Tage reduzieren können!

07.08.1989 Brief KIGA an J. Amstutz mit Aufforderung, bis Ende August 1989 ein Terminprogramm für die Sanierung zu unterbreiten.
15.08.1989 J. Amstutz lässt KIGA das Terminprogramm zukommen.
Januar 1990 Das KIGA teilt mit, dass nach umfangreichen Vorversuchen eine technische Lösunt gefunden wurde. Der verbindliche Terminplan sieht eine Sanierung bis Mitte 1991 vor.
16.10.1991 GR-Reklamation an KIGA: Wieder vermehrt Klagen, Nichteinhaltung Terminprogramm.
Januar 1992 Unterschriftensammlung des Umwelt Forums: 250 Wettswiler/innen akzeptieren keine weiteren Verzögerungen der Sanierungsarbeiten und fordern die Einhaltung der Luftreinhalteverordnunng.

17.02.1992

Brief Umweltforum Wettswil an KIGA mit 250 Unterschriften. 

23.03.1992 KIGA unterbreitet J. Amstutz (im Sinne des rechtlichen Gehörs) einen Entwurf der Sanierungsverfügung.

29.04.1992

KIGA verfügt lufthygienische Sanierung mit Frist 31. Januar 1993 (für die Farbspritzanlage) und 30. September 1993 (für die Fassreinigung).
Wegen der massiven Überschreitungen der Grenzwerte werden in dieser Verfügung sogenannte "verschärfte" Anforderungen der Luftreinhalteverordnung angewendet. Dies sind in erster Linie verkürzte Sanierungsfristen (unter 5 Jahren!). Weiter soll zur "permanenten Überwachung der Abluftreinigungsanlage ein "FID-Signal" aufgezeichnet welches 3 Jahre lang aufbewahrt werden muss (dies ist in Deutschland auch heute ein Muss: "Angekündigte und manipulierbare Messungen sind so unmöglich!).
Bemerkung: Dies ist die erste offizielle Verfügung und gleichzeitig ein erster Erfolg des Umwelt Forums. Doch heute ist die Frist neu mit 16. Dezember 2002 angesetzt!

05.11.1993 Nach zig Fristerstreckungen kommt es zu einer neuen Verfügung KIGA betreffend Wiedererwägung der lufthygienischen Sanierungsverfügung vom 29. April 1992:  Fristerstreckung Fassreinigung bis 30. April 1995, für Farbspritzanlage dürfen ab 1. Januar 1994 ausschliesslich wasserverdünnbare Farben eingesetzt werden.
Noch immer gelten die verschärften und kürzeren Sanierungsfristen. Bei Nichteinhaltung dieser Termine werden Betriebseinschränkunngen oder Stillegung des Betriebs angedroht!
Bermerkung: Dies ist die zweite Verfügung.
29.11.1993 GR-Beschluss, dass auf einen gemeinderätlichen Rekurs gegen die Fristerstreckung verzichtet wird (aufgrund plausibler Erwägungen wie ungenügender Technologie, ungünstiges wirtschaftliches Umfeld etc.). Doch wie stand und steht es um mit Erwägungen um die Gesundheit der Bevölkerung?
10.12.1993 Rekurs durch Umwelt Forum Wettswil gegen die Verfügung vom 5.11.1993
Unsere Überlegungen hierzu:
- Sorge um unsere Luft, um unser Wasser
- Die Verantwortung für die 250 Bürgerinnen, welche die Unterschriftenaktion unterstützt haben
- Unser Unwille bezüglich des verschleppten Sanierungsverfahrens bei der Fassreinigungsanlage
20.06.1995 In einem skandalösen Brief der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich werden wir aufgefordert (erpresst!) unseren Rekurs zurückzuziehen
25.09.1995 Leserbrief "Durch Immissionen beeinträchtigt" von Verena Berger, Ruth Huber und Margrith Kägi im "Anzeiger" mit anschliessender Replik, Duplik und Triplik.
Oktober 1996 Unser Rekurs wurde dazu missbraucht, um die bereits bestehenden Verfügungen zu schubladisieren. Dies ist juristisch absolut unhaltbar. Nach gründlichem Erwägen aller Vor- und Nachteile unter Zuzug eines Juristen ziehen wir unseren Rekurs zurück um weitere Verzögerungen zu vermeiden und drohen medien- und pressewirksame Schritte an.
16.02.1996 Neue Sanierungsverfügung des KIGA mit Frist 29. März 1996 (Einreichung eines ausführungsreifen Projektes etc.), 27. März 1997 (Installation der neuen Fassreinigungsanlage) und 30. Juni 1997 (Abschluss der Sanierung des Betriebes). Für die Nichteinhaltung der letzten Termine werden technische Probleme genannt.
Bemerkung: Dies ist die dritte Verfügung des Kantons. >>Inhalt der Verfügung
13.03.1996 Rekurs Umwelt Forum Wettswil gegen Sanierungs-Verfügung vom 16. Februar 1996. Im Wesentlichen wurde die Einhaltung der bestehenden Vorschriften gefordert:
1. Die Grenzewerte der Luftreinhalteverordnung sollen nicht auf die einzelnen Anlagen der Firma (Farbspritzanlage, Fassreinigung) aufgesplittet werden, sondern für den gesamten Betrieb gelten.
2. Die Geruchsimmissionen müssen eruiert und beseitigt werden.
3. Betriebseinschränkungen, damit die Grenzwerte dadurch schon heute erfüllt werden.
4. Vollständige Sanierung der Farbspritzanlage
5. Erfüllung der kantonalen Lufthygiene-Verordnunng, z.B. max. 3t VOC (Gesamtkohlenwasserstoffe, "vaolatil organic compounds) pro Jahr (zur Zeit ca. 20t - 24t), diese sind mitverantwortlich für das bodennahe Ozon.
6. Bei Nichteinhaltung der Fristen, Stillegung des Betriebes.
April 1996 Das kantonale und Amt (Atal) und die Firma Amstutz nehmen Stellung zum Rekurs.

Kleiner Exkurs: Fischbachverschmutzung durch die Firma Amstutz

18.04.1996 Zwei Primarschüler aus Wettswil entdecken türkisfarbenes Wasser im Fischbach, nehmen eine Probe und benachrichtigen das Umwelt Forum, welches sofort die Polizei informiert. Herr Erb vom Polizeiposten Bonstetten entscheidet (gegen seine Kompetenz), keinen Rapport zu erstellen.
19.04.1996 Bei einem zweiten Augenschein durch das Umwelt Forum wird zusätzlich eine Ölverschmutzung festgestellt. Wir wiederholen unsere Meldung bei der Polizei.
22.04.1996 Die Polizei und das Amt für Gewässerschutz und Wasserbau (AGW) verfolgen lediglich die Ölverschmutzung und eruieren in der Folge eine Gärtnerei als Verursacher.
23.04.1996 Herr Kurt, Gemeinderat Wettswil, teilt dem Umwelt Forum mit, dass die Firma Amstutz die Verursacherin für die Farbverschmutzung des Fischbaches gewesen sei.
29.04.1996 Herr Erb teilt dem Umwelt Forum mit, dass es sich um keine Gewässerverschmutzung handelt, da die Farben als ungiftig angeschrieben seien. Die Farbe sei übrigens durch einen falsch angeschlossenen Ablauf statt in die Kanalisation in die Drainageröhre geflossen.
02.06.1996 Das Umwelt Forum schreibt dem Bezirkschef der Kantonspolizei, damit dieses Offizialsdelikt endlich ordnungsgemäss weiterverfolgt wird. Und wiederum passiert  nichts.
08.06.1996 Am Tag der offenen Tür" erklärt Herr Stauber (Firma Amstutz), wie es zur Gewässerverschmutzung gekommen sei.
21.06.1996 Das Umwelt Forum teilt dem Bezirkschef der Kantonspolizei diese Aussagen der Firma Amstutz schriftlich mit.
23.06.1996 Zum wiederholten Mal weigert sich Herr E., Kantonspolizei, einen Rapport zu erstellen, zu welchem er gesetzlich verpflichtet ist. Es ist nämlich laut Auskunft des BUWAL irrelevant, ob die Farbe giftig ist oder nicht, da eine Wasserverschmutzung in jedem Fall von Amtes wegen verfolgt werden muss. Das Umwelt Forum wendet sich an den Umweltschutzdienst der Kantonspolizei.
Sept. 1996 Der Bezirkschef der Kantonspolizei holt persönlich die Wasserproben beim Umwelt Forum ab und übergibt diese dem AGW.
Sept. 1996 Der Umweltschutzdienst der Kantonspolizei übernimmt den Fall Amstutz/Gewässerverschmutzung. Nun endlich wird ein Rapport erstellt. In der Folge ist auch das  AGW ist ermächtigt, die Abwasserproblematik und die korrekte Installation des falschen Ablaufs zu überprüfen.
Erwähnenswert ist ein Brief von Regierungsrat Hoffmann vom 1.2.1996:
"Die Abwasserbeseitigung (der Firma Amstutz) entspricht den Vorschriften ... Der ganze Bereich Fassreinigung ist abwasserfrei ausgestaltet, d.h. es werden keine Abwasser der Kanalisation zugeleitet ... Kontrollen gaben zu keinen Beanstandungen Anlass."

Mai 1996 Das Umwelt Forum Wettswil zeigt die gröbsten Mängel der Stellungnahmen von Atal und Amstutz vom April 1996.
Juni 1996 Innenluftmessung am "Tag der offenen Tür" in der Firma Amstutz durch das Umwelt Forum. Die Analyse zeigt  massivste Belastung der Luft im Betrieb. Wir leiten den Analysebericht an die SUVA, das Atal und den Regierungsrat weiter.
11.12.1996 Regierungsratsentscheid zum Rekurs Umweltforum. Darin wird festgehalten: "Um die Anordnung solcher bereits angedrohter Einschränkungen (gemeint sind Betriebseinschränkungen, Anmerkung durch uns) wird die Baudirektion allerdings nicht mehr herumkommen, falls der private Rekursgegner (Fassreinigung Amstutz, A.d.u.) die Sanierungsfrist bis zum 30. Juni 1997 nicht einhalten kann."
11.04.1997 Herr Götz, AWEL, erklärt am Telefon, ein Abschlusstermin sein noch nicht bekannt (wäre der 30.03.1997 gewesen)
29.04.1997 Die dritte Verfügung hat sich nach unserem Eindruck (Telefonaten mit der kantonalen Amtsstelle) sang- und klanglos in Luft aufgelöst: die Installation der  Fassreinigungsanlage hätte bis zum 30. März 1997 abgeschlossen sein sollen. Die Auskünfte ergaben jedoch, dass lediglich das Reinigungsbad der Fässer nicht mehr so stark erwärmt werde, wie bis anhin. Damit würden weniger Lösungsmittel in die Abluft gelangen.
Ein Chemiker belehrte uns jedoch, dass bei der ständigen Bewegung des Reinigungswassers (die Fässer werden dabei gedreht) die leicht flüchtigen Lösungsmittel so oder so schnell in die Abluft gelangen.
Aus diesem Grund wenden wir uns an den Ombudsmann des Kanton Zürichs, mit der Bitte, der Sache zum Wohle der Bevölkerung nachzugehen. Ebenfalls bitten wir ihn, abzuklären, ob nicht eine wesentliche Reduktion der Emissionen erreicht werden könnten, wenn die Fässer nicht mehr unter freiem Himmel, sondern unter einer "Kappe" zu öffnen, damit die Lösungsmitteldämpfe so aufgefangen werden könnten.
Bemerkung: Noch heute (Dezember 2001) weiss Herr Götz, AWEL, nicht, wo die Fässer geöffnet werden.
23.05.1997 Herr Götz, AWEL, erklärt am Telefon, es sei kein Abschlusstermin in Sicht - es liege an der Bank.
02.09.1997 Herr Kägi, Ombudsmann, schreibt Herrn Burkard, Chef des Amtes für technische Anlagen und Lufthygiene, AWEL, und schildert die Situation. Er fragt auch nach der Situation beim Öffnen der Fässer. Ferner weisst er auf die angedrohten Betriebseinschränkungen der dritten Verfügung hin.
25.06.1997 Sitzung zusammen mit Gemeinderat und Leuten des AWEL (Götz, Gerber, Burkhard). Es werden die Betriebseinschränkungen besprochen (Fässer der Stoffklasse I und Fässer aus der Geruchsindustrie sollen nicht mehr entgegengenommen, gewaschen und rekonditioniert werden dürfen. Sinn der Einschränkung: Die giftigsten Emissionen können so vermindert werden, damit werden die Grenzwerte eingehalten und gleichzeitig löst sich das Geruchsproblem).
Bemerkung: Diese Betriebseinschränkungen treten jedoch aus verschiedenen Gründen vorerst nicht in Kraft, was wir aber nicht wissen, siehe nächste Auflistungen in dieser Chronologie).
09.09.1997 Antwortbrief von Herrn Burkhard an Herrn Kägi. Der Fassreinigungsbetrieb darf nach Ende Oktober bestimmte Fässer nicht mehr entgegennehmen. Auf diese Weise soll der geforderte Grenzwert eingehalten werden.
Der Auftrag (!) für die Installation einer Abluftreinigungsanlage ist inzwischen erteilt worden.
Betreffend der Öffnung der Fässer auf der Rampe wurde der Betrieb auf den Missstand hingewiesen und aufgefordert, dies zu unterlassen.
Bemerkung: Heute weiss der betreffende Sachbearbeiter beim AWEL  nicht, wo die Fässer geöffnet werden.
23.10.1997 Starke Geruchsimmissisonen. Wir erfahren, dass eine Fristverlängerung stattgefunden habe durch einen Regierungsratsbeschluss. Daher gelangen wir erneut an Herrn Kägi, Ombudsmann, mit >>diesem Brief
01.12.1997 Brief von Regierungsrat Hofmann an Umwelt Forum Wettswil.
Zum Zeitpunkt der Besprechung vom 25. Juni 1997 war ein Zeitpunkt für die Sanierung nicht ersichtlich.
Nun aber Kreditzusagen der Banken für das Projekt.
Abluftreinigungsanlage wurde am 6. November termingerecht geliefert, Inbetriebnahme ist im Dezember 1997 vorgesehen. Daher keine Betriebseinschränkungen.
In einer sogenannten "Wiedererwägung" wurden die Termine für die Installation der Anlage "angepasst", die Betriebseinschränkungen als sicherndes Element beibehalten.
"Wir sind überzeugt, dass sich der baldige Abschluss der Sanierung positiv auf die Umgebung auswirken wird.
Bemerkung: Diese Wiedererwägung ist die vierte Verfügung!
17.12.1997 Nach mehrmaligem Briefwechsel (Grund: wiederum starke Geruchsbelästigungen) Umwelt Forum - Ombudsmann, kündigt obigen Brief von Regierungsrat Hofmann an uns an.
01.12.1997 Verfügung des Kantons: Weil die Firma J.Amstutz den Termin zur Sanierung der Fassreinigung vom 30. Juni 2001 nicht eingehalten hat, werden ihr neu folgende Betriebsbeschränkungen auferlegt:
Nach dem 12. März 1998 bis zur abgeschlossenen Sanierung wird ihr untersagt,
-Fässer entgegenzunehmen, zu reinigen und zu rekonditionieren, welche Soffe der Klasse I Ziffer 7, Anhang 1 der Luftreinhaltung enthalten oder enthalten haben sowie
- Fässer entgegenzunehmen, zu reinigen oder zu rekonditionieren, welche Stoffe aus der Aromen- und Riechindustrie enthalten oder enthalten haben.

Bemerkung:
Diese Betriebsbeschränkungen traten jedoch nicht in Kraft (erst Ende August 1998, nach unzähligen Telefonen und Briefen von uns), obwohl sie durchaus Sinn machten: auf diese Weise hoffte man, die giftigsten und für die Menschen und die Umwelt belastensten Stoffe zu eliminieren. Ferner wollte der Kanton auf diese Weise die Geruchsbelästigungen auf ein Minimum reduzieren.
Warum heisst es "enthalten oder enthalten haben"? Die Fässer werden nicht lupenrein angeliefert. Oft sind noch mehrere Deziliter Restsubstanz vorhanden. 
Wie wir jedoch seit dem Dezember 2001 durch Fakten (Messresultate) belegt wissen, wurden und werden diese Betriebsbeschränkungen vielleicht/sicher (?) nur teilweise eingehalten. Die Geruchsbelästigungen waren jedenfalls nur beschränkt auf wenige Zeitperioden erträglicher und an körperlichen Symptomen leiden - vor allem im Winterhalbjahr - nach wie vor  unzählige Einwohner/innen von Wettswil und Bonstetten 


Kleiner Exkurs: Ein Anwohner aus Bonstetten J.B. informiert verschiedene Behörden über die Lösungsmitteldämpfe und bittet um Abklärung. Eine Geschichte mit Verzögerungen.
08.05.1989 JB hält in seinem Brief an die Gemeinderäte Bonstetten und Wettswil (Kopien gehen an das zuständige kantonale Amt, Atal, die Schweiz. Gesellschaft für Umweltschutz und die Koordinationsstelle für Umweltschutz des Kantons Zürich)  fest, dass er regelmässig Geruchsimmissionnen durch Lösungsmitteldämpfe im Gebiet Schachen und Bahnhof Bonstetten feststellt. Im Bereich der Weiher und im Industriegebiet Moos sind diese Geruchsimmissionen verstärkt wahrzunehmen, daher zieht er den Schluss, dass der Ursprung der Immissionen der Betrieb der Fassreinigung Amstutz ist.
Er stellt folgende Fragen
1. Welche Chemikalien werden in welchen Konzentrationen bei den Reinigungsprozessen angewendet.
2. Welche Filter-/bzw. Rückgewinnungsanlagen sowie andere Schutzeinrichtungen sind vorhanden (Luft, Abwasser).
3. Wie verhält sich der Schadstoffausstoss bezüglich der Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung.
4. Welche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Natur sind zu erwarten.
5. Was gedenken die Behörden zu unternehmen um diese unangenehme Situation für die angrenzenden Wohngebiete zu verbessern.
Bemerkung: Diese Fragen sind auch heute noch topaktuell!
10.05.1989 Brief Gemeinderat Wettswil an das KIGA mit der Bitte um direkte Beantwortung der gestellten Fragen (Kopien gehen an JB sowie die von JB informierten Stellen).
05.06.1989 Brief des Gemeinderates  Bonstetten an den Gemeinderat Wettswil - die Gemeinde Wettswil ist ja die zuständige Behörde, folglich kann die Gemeinde Bonstetten weder die nötigen Kontrollen vornehmen noch allfällige Massnahmen anordnen. Kopien an JB und die Gesundheitskommission Bonstetten.
07.06.1989 Brief an den Gemeinderat  Bonstetten worin dargelegt wird, dass die zuständigen Behörden bereits informiert wurden. Zudem seien von der Firma Amstutz Sanierungsarbeiten in Angriff genommen worden. (Kopien an JB sowie Atal)
01.07.1989 Brief von JB an das KIGA. Er findet es erfreulich, dass Sanierungsarbeiten in Angriff genommen worden seien, bittet um die Beantwortung seiner Sachfragen und um Informationen über die Art und Weise der geplanten Sanierung und deren Stand bzw. Einführung.
19.01.1990 Brief JB an das KIGA. Er stellt fest, dass er auf sein Schreiben vom 1. Juli 1989 noch keine Antwort erhalten habe, und dass er daher berechtigte Zweifel an der in Aussicht gestellten Sanierungsarbeiten habe. Ferner nimmt er Bezug auf Geruchsimmissionen, welche offenbar auch in Obfelden durch die dort ansässige Zweigstelle der Firma Amstutz von der Bevölkerung beanstandet werden.
JB schreibt anschliessend: "Im Moment treten im Raume Bonstetten-Schachen die Gasgerüche wieder vermehrt auf, was ein normales Lüften der Wohnung abends und am frühen Morgen sehr erschwert. Zudem wird uns auch der Sonntagsspaziergan (!) im Raume des örtlichen Naturschutzgebietes der Weiher zum Ärgernis." Kopien gehen an die SGU, Atal, Kofu, Pro Amt und Gemeinderat Wettswil.
27.01.1990 Brief von PRO AMT an JB mit folgendem Vorschlag:
Laut der örtlichen Polizeiverordnung wird derjenige bestraft, welcher gefährliche oder lästige Immissionen irgendwelcher Art verursacht. Wenn eine Eingabe an den Polizeivorstand der Gemeinde gemeinsam mit Nachbarn erfolgt, unterstützt die Dringlichkeit des Falles.
"Jedenfalls finden wir es beschämend, dass man Ihnen nicht einmal den ersten Brief vom Sommer 1989 bestätigt hat." schreibt der Präsident PRO AMT zum Schluss.
30.01.1990 Brief KIGA an Jürg Berner. Nach einer Entschuldigung für das Ausbleiben der Antwort schreibt das KIGA: "Nach umfangreichen Vorversuchen wurde eine technische Lösung gefunden und ein Terminprogramm erarbeitet. Dies sieht die bauliche Planung und Einholung der baulichen Bewilligungen bis Mitte 1990 und den Abschluss bis Mitte 1991 vor."
Danach werden die Fragen wie folgt beantwortet (leicht gekürzt):
1. Emissionen stammen aus Rückständen der Fässer. Dies ist vor allem der Fall, wenn es sich um stark konzentrierte Aromastoffe handelt.
2. Die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung werden überschritten. Die Problematik sind jedoch die Geruchsbelästigungen, welche auch bei einer Unterschreitung der Grenzwerte vorhanden sein können.
3. Die Firma Amstutz darf keine Gebinde entgegen nehmen, welche Stoffe der Giftklasse 1 und 2 enthielten.
4. Ein verbindlicher Terminplan für die Sanierung liegt vor. die vorgesehenen Massnahmen sollten bis Mitte 1991 wirksam werden.

01.06.1998 Brief Umwelt Forum an Ombudsmann. Geruchsimmissionen sind sehr schlimm. Anlässlich eines Telefons mit Herrn Schneebeli erfahren wir, dass die Abluftreinigungsanlage immer noch nicht in Betrieb ist!
>>Brief Umwelt Forum
19.08.1998 Antwortbrief von Ombudsmann:
Abluftreinigungsanlage wurde im November 1997 geliefert, jedoch machte der Brenner Probleme. Dieser musste ersetzt werden. Der Ersatz braucht wiederum eine neue Bewilligung. Ein Abschlusstermin ist noch nicht bekannt.
Das AWEL hat jedoch auf 31. August 1998 (!) die schon lange angekündigten Betriebseinschränkungen endlich angeordnet  (siehe 01.12.1997).
Die Gemeinde wurde über den Stand der Sanierung immer auf dem laufenden gehalten.
Das AWEL sei nun aufgefordert worden, auch das Umwelt Forum zu informieren!
26.08.1998 Aufgerüttelt von verschiedenen sich widersprechenden Informationen (beispielsweise, die Betriebseinschränkungen gälten nicht bei windigem und regnerischem Wetter!!) wenden wir uns erneut an den Ombudsmann mit >>diesem Brief.
16.12.1998 Brief Ombudsmann an das Umwelt Forum:
Es hätten sich nochmals technische Probleme ergeben, daher sei der Firma eine Nachbesserungsfrist gewährt worden.
Im Oktober sei eine Abluftmessung erfolgt, doch die Grenzwerte seien nicht eingehalten worden.
Die bestehenden Betriebseinschränkungen gelten weiterhin, der Ombudsmann hofft, dass damit die Geruchsimmissionen nun gebannt werden können.
19.03.1999 Brief von Peter Gerber, AWEL, an den Ombudsmann. Darin Bestätigung der betriebseinschränkenden Massnahmen. Die Geruchsimmissionen welche im Januar zu vermehrten Klagen geführt haben, seien auf einen technischen Defekt zurückzuführen. Am 20. Januar 1999 wurde anlässlich einer Betriebsbegehung Proben aus den Reinigungsbädern und der Abluft genommen. Chlorwasserstoffe (CKW) wurden in geringen Mengen in der Abluft, nicht aber in den Reinigungsbädern gefunden. Daher verzichtet das AWEL auf weitere Massnahmen.
Bemerkung: Immer wieder sind technische Schwierigkeiten die Ursache von Geruchsimmissionen und vom Kanton gewährten Fristerstreckungen. Sind die erwähnten CKW ein erster Hinweis auf die 2001 nachgewiesenen Perchlorethylen und Trichlorethen?
11.11.1999 Der Amtschef des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) Christoph Maag bestätigt uns schriftlich die immer noch geltenden Betriebsbeschränkungen - weil auch die 1998 neu installierte Abluftreinigungsanlage die vorbegebenen Reinigungsleistung (sprich Einhaltung der Grenzwerte) nicht einhielt. " Bis zum Nachweis der Einhaltung der Emissionsgrenzwerte durch ein unabhängiges Messbüro ist die Betriebseinschränkung weiterhin gültig. Dieser Nachweis liegt bis zum heutigen Zeitpunkt nicht vor", schreibt er abschliessend. 

Bemerkung: Dieser Nachweis liegt auch im Januar 2002 nach wie vor nicht vor. Vgl. auch unsere Bemerkungen oben und unter 19.12.2001

03.02.2000 Starke Geruchsimmissionen >>Eine Art Protokoll - wird von uns an Herrn Götz, AWEL, geschickt.
29.08.2000 Dank lokaler Inversionen sind die Geruchsbelästigungen prekär. Verena Berger, Präsidentin des Umwelt Forums, erkundigt sich beim zuständigen Beamten, Herrn Götz, AWEL, nach "dem Stand der Dinge" in Sachen Sanierung Fassreinigung Amstutz. Sie erhält folgende Aussagen:
"Der status quo gilt immer noch, was bedeutet, dass die bestehenden Betriebsbeschränkungen immer noch gültig sind. Ferner werden halbjährliche Abluftmessungen durchgeführt. Die neuesten Messresultate haben gezeigt, dass die Grenzwerte der LRV (Luftreinhalteverordnung) überschritten würden. Die Firma ist daran, Verbesserungen für die Reduktion der Emissionen (Schadstoffausstösse) zu evaluieren". 
Auf die Frage, ob dies nicht ein unbefriedigender Zustand sei, antwortet er: "Diese Situation könne noch 10 Jahre andauern." Diese skandalöse Aussage will Verena Berger schriftlich haben. Daher bittet Sie in einem Brief vom 5. September 2000 Herrn Götz, ihr diese Aussagen zu bestätigen.
12.09.2000 Gekürzter Antwortbrief von AWEL (durch Herren Götz und Gerber): 
1. Messungen für die Gesamt-Lösungsmittelgehalte letztmals am 29. September 1998. Diese zeigten eine zeitweise Überschreitung der Grenzwerte der LRV (Luftreinhalteverordnung). Bis zum Nachweis der Einhaltung der Grenzwerte gelten die Betriebseinschränkungen.
2. Das AWEL selbst führt ca. jährlich Messungen durch auf halogenierte Kohlenwasserstoffe (gehören zur vor allem zur verbotenen Stoffklasse I) sowie auf Stoffe der Riech- und Aromenindustrie.
3. Der Betrieb hat partielle Verbesserungen erzielt, weitere Massnahmen zur Verbesserung werden derzeit  geprüft.
4.Die Aussage, dass die aktuelle Situation noch 10 Jahre toleriert würde, ist falsch. Richtig ist, dass zum heutigen Zeitpunkt noch kein Abschlusstermin festgelegt werden kann. 
25.10.2000 Dieser "open-end" Zustand ohne einen festgesetzten Endtermin strapazierte unser Rechtsverständnis. Daher gelangten wir ans BUWAL: (Auszug)
"
Dieser unbefristete Zustand strapaziert unser Rechtsverständnis ausserordentlich. Nach dem Zusammenstellen der Unterlagen zu diesem Schreiben, wird uns erneut bewusst, dass hier offenbar eine beinahe 15 Jahre lange (vorsätzliche?) Verzögerungstaktik erfolgreich durchexerziert (und von den zuständigen Instanzen toleriert) wird – zum Leidwesen der Bevölkerung, welche den Gerüchen oder gar Giften in der Atemluft nicht ausweichen kann. 1995 wurdedie erneute Verlängerung der Fristen um 2 Jahre – also bis 1997 – damit gerechtfertigt, dass die Frist von 1995 immer noch 2 Jahre unter der ordentlichen Sanierungsfrist lag. Nun schreiben wir jedoch das Jahr 2000. Daher fragen wir Sie an, ob hier nicht eine letzte Frist eingeräumt werden soll oder gar muss, um nachher allenfalls zusätzliche und nachhaltigere betriebsbeschränkende Massnahmen anzuordnen oder zu verfügen."
>>Der ganze Brief
01.02.2001 Antwort des BUWAL (Herr A. Stettler):
"... Am 1.12 1997 wurden - unseres Erachtens korrekterweise - Betriebsbeschränkungen verfügt, die seit 1998 in Kraft stehen. Diese Betriebseinschränkungen gelten bis zum Nachweis der Einhaltung der Emissionsgrenzwerte der LRV (Luftreinhalteverordnung) duch eine unabhängige Messfirma. Offensichtlich bestehen - trotz Nachbesserungen - immer noch Probleme mit der 1998 installierten Abluftreinigungsanlage, die vom Anlagelieferanten bisher nicht behoben werden konnte.
In diesem Zusammenhang laufen zur Zeit Verbesserungsarbeiten, die künftig die Einhaltung der Emmissionsgrenzwerte der LRV gewährleisten sollen. Es muss davon ausgegangen werden, dass dieses Arbeiten noch einige Monate in Anspruch nehmen werden.
Sobald die notwendigen Änderungen an der Anlage abgeschlossen sind, wird sie von der zuständigen kantonalen Vollzugsbehörde kontrolliert werden. Anschliessend wird diese entscheiden, ob die Anforderungen der LRV eingehalten sind, bzw. bis zu welchem Zeitpunkt die Mängel zu beheben sind. Wir haben der zuständigen Vollzugsbehörde des Kantons Zürich empfohlen, hierfür eine konkrete Frist festzulegen.
Wir danken Ihnen für Ihr Engagement zum Schutz der Umwelt ..."

Bemerkung: Das BUWAL hat durch seine "Empfehlung" für eine konkrete Frist die neueste Verfügung bewirkt! Obwohl wir seit 1986 immer wieder die alte Leier hören "es ist halt nicht so einfach etc. etc." hoffen wir heute auf diesen "Endtermin". Doch schon jetzt in diesem Winter geht uns die Geduld langsam definitiv aus!

14.12.2001 Neue Sanierungsverfügung durch AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft). Die Fassreinigungsanlage soll bis 16. Dezember 2002 saniert werden, so dass die Grenzwerte der Luftreinhaltung eingehalten werden. Werden die Grenzwerte nach diesem Termin nicht eingehalten, so werden zu deren Einhaltung weitergehende, das heisst bis zur Betriebsstilllegung gehende Betriebsbeschränkungen angeordnet, welche die Einhaltung aller Bestimmungen ab 1. März 2003 sicherstellen.

Aus Messergebnissen vom Sommer  2001 ist ersichtlich, dass die Grenzwerte für die Stoffklasse 1 (giftigste Stoffklasse der Lösungsmittel) nicht eingehalten werden. 
Seit dem 12. März 1998 wurde der Fassreinigung Amstutz jedoch untersagt, Fässer, welche Stoffe der Klasse 1 (Ziffer 7 Anhang 1 der Luftreinhalteverordnung) enthalten oder enthalten haben, für die Reinigung entgegenzunehmen, zu reinigen oder zu rekonditionieren!

20.02.2002 Einreichung einer Sammelanzeige unterschrieben von 123 Personen aus Wettswil und Bonstetten.
Der Tages-Anzeiger bringt einen Bericht: "Gestank sorgt im Säuliamt für StunkIn Wettswil und Bonstetten stinkt es seit 17 Jahren. Nun wehren sich die Anwohner mit einer Anzeige gegen den Verursacher: die Fassreinigung Amstutz."
25.02.2002 Ein "offener Brief an das Umwelt Forum" trifft ein. Absender ist das Ing. Büro für Umwelt- und Verfahrenstechnik WALU, W. Lutz, aus Birmensdorf.
Erwähnt wird darin auch die Tatsache, dass die Basler Chemie seit mehr als einem Jahrhundert mitten in Basler Wohnquartieren zuhause sei, und die Abluftprobleme dort seit eh und je gelöst sind. W. Lutz wirft die berechtigte Frage auf, warum heute die schweizerischen Abluftfachfirmen zur Lösung solcher Probleme nicht mehr in der Lage seien.
Februar 2002 Das Umwelt Forum Wettswil erhält eine umfangreiche Dokumentation von der Firma WALU. Diese zeigt auf, dass es bereits in den 70er Jahren möglich war, Abluftreinigungsanlagen zu installieren, welche Lösungsmittel absorbiert und zurückgeführt hätten. Eine Referenzliste der damaligen Firma Brechbühl liegt bei, in denen  zwischen 1980 und 1987 zahlreiche Anlagen, welche auch die hochgiftigen Stoffe Perchloräthylen und Trichlorethen erfolgreich aus der Abluft entfernten, an verschiedene Firmen geliefert wurden.
19.03.2002 Der Kassensturz bringt einen Beitrag zu diesem Thema: "Betrieb stinkt zum Himmel"
Noch einmal 69 Anzeigen werden eingereicht. Die Gesamtzahl liegt nun bei 194 Anzeigen.

 Kontakt: info@ufw.ch
design berger-online